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Sommerkeller Wiesent
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60 Jahre eigene Wasserversorgung wurde am 17.04.2016 gefeiert

17.04.2016 „Trinkwasser ist jederzeit in beliebiger Menge verfügbar: Einfach den Wasserhahn aufdrehen – und schon können wir es genießen“, diese, unsere Lebensgrundlage ist, wenn man den gesamten Erdball betrachtet, ein richtiges Luxusgut. Die Gemeinde Wiesent legt ein großes Augenmerk auf eine optimale Wasserversorgung für ihre Bürger und investiert dabei stetig.

1956 wurde die Wasservorsorgungsanlage in Wiesent in Betrieb genommen, so kann dieses Jahr das 60-jährige Bestehen der eigenen Wasserversorgung gefeiert werden.

Dieses Jubiläum passte bestens zu der von Landkreis organisierten Klimaschutzwoche 2016 und somit wurde ein „Tag der offenen Tür“ bei der Brunnenanlage Ammerlohe am Sonntagnachmittag mit in das umfangreiche Programm aufgenommen.

„Während andere Gemeinden ihre Wasserversorgung abgeben, setzen wir weiterhin auf die Förderung von Trinkwasser vor Ort“, hob Geschäftsleiter Klaus Eschbach hervor. Unter Bürgermeister Deml wurde vor sechs Jahrzehnten der Startschuss zur eigenen Versorgung gegeben. Gründungsanlass war die Vermutung, dass verunreinigtes Wasser aus Hausbrunnen ursächlich für Typhuserkrankungen mit Todesfällen war, dies war auch auf den alten Dokumenten aus dem Gemeindearchiv nach zu lesen, die im Pavillon ausgestellt waren. Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher begrüßte die Gäste, darunter Elisabeth Sojer-Falter als Vertreterin des Landkreises. „Wir haben alles auf den aktuellen Stand gebracht und kontinuierlich investiert. Die gesamte Wasserversorgung ist nahezu hundertprozentig erneuert“, bemerkte das Gemeindeoberhaupt.

Eröffnung - Wassertropfenlied SchuleWasser ist ein wertvolles Gut, hierfür muss ein bedachtes Bewusstsein geschaffen werden. So auch in der Grundschule Wörth/Wiesent, an der diese Jahr das Wasser ein Hauptthema im Unterricht ist. Rektorin Eva Lichtinger organisierte eine Schülergruppe, die unter Anleitung von Lehrerin Michaela Gerl ein Wassertropfenlied zur Eröffnung vortrug.

Die Mädchen und Buben nutzen sogleich die Möglichkeit selber zu „Wasserdetektiven“ zu werden. Stephanie Kexel, Karin Schwiebacher und Simon Grundl vom Wasserwirtschaftsamt informierten dabei über die PH-Werte verschiedener Flüssigkeiten. In Cola, Saft, Limonade und Seifenlauge wurde Indikatorpapier gegeben und nach der Auswertung in die PH-Skala eingeordnet. Zudem konnten alle Besucher ihr Wissen auf einem Glücksrad testen, wobei jeder ein kleines Präsent erhielt.

Die vorgesehene forstwirtschaftliche Exkursion zum Hochbehälter in Kruckenberg mit Erich Kufner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurde aufgrund der regnerischen Witterung umgeplant, so dass der Fachmann im Pavillon das Zusammenspiel von Wald und Wasser erläuterte. Eine Führung zu einem nahe gelegenen Gelände mit nachhaltigem Eichenbestand konnte dennoch abgehalten werden, wobei Kufner viel Wissenswertes weitergab. „Es sollen stabile und naturnahe Wälder erzeugt werden, Kahlschläge sollen vermieden werden“, erörterte der Experte in Bezug auf den Stickstoffgehalt im Boden. Eine risikoarme Bewirtschaftung der Forstflächen verringere Schäden durch Windwurf und Borkenkäfer. Dies spreche gegen Monokulturen wie etwa reine Fichtenbestände. Man müsse geduldig auf die Umgestaltung hinarbeiten, im Donauraum hätten sich Hartholzauen aus Eichen und Eschen bewährt. Waldbesitzer sollten biologisch abbaubare Schmiermittel für Motorsägen verwenden und bei richtigem Wetter arbeiten, um Bodenschäden zu vermeiden, appellierte der Förster.

60 Jahre WasserversorgungIm Pumphaus erklärte Wasserwart Tino Biederer die Technik und Leistungsumfang der Brunnenanlage. Aus den drei Brunnen können bis zu 10 Liter in der Sekunde gefördert werden. Das Wasser durchläuft die UV-Anlage, worin mögliche Keime abgetötet werden, wird mit Sauerstoff angereichert und in die Haushalte sowie in die Hochbehälter weitergeleitet. Nach der Sanierung der zwei älteren Brunnen in den vergangenen Monaten sei alles auf den neuesten Stand, bemerkte Biederer, der bei Störungen sofort Meldung auf sein Handy bekomme. Bei Stromausfällen könne auf das Notstromaggregat der Wiesenter Wehr zurückgegriffen werden und bei größeren Beeinträchtigungen besteht die Möglichkeit einer Fremdeinspeisung.

Die Feuerwehrkameraden übernahmen einen Fahrdienst zum Hochbehälter bei Kruckenberg. Hier gab Bauhofmitarbeiter Christian Lauberger Antworten auf die Fragen der interessierten Bürger. Der Hochbehälter in Kruckenberg fasst 125 Kubikmeter Wasser, der in Wiesent am Hermannsberg 300 Kubikmeter. Vor fünf Jahren wurden die Hochbehälter, die jeweils aus zwei Kammer bestehen, erneuert berichtete Lauberger.

Wer gut aufpasste, konnte das „Wasserquiz“ sicherlich richtig ausfüllen, wobei als Hauptpreis hundert Kubikmeter Wiesenter Wasser auf den Gewinner warten.

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